
Karies gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Auch bei bester Pflege kann es passieren, dass Bakterien den Zahnschmelz durchbrechen und die darunter liegende Zahnsubstanz erweichen. Wenn Karies zugeschlagen hat, muss die erweichte Substanz entfernt und das entstandene "Loch" verschlossen werden. Früher bedeutete das fast unweigerlich das Einbringen dunkelgrauer Amalgamfüllungen. Heute haben wir in der modernen Zahnheilkunde jedoch ganz andere Ansprüche: Eine Füllung muss den Zahn stabilisieren, körperlich absolut verträglich sein und die Natur absolut trügerisch imitieren.
Warum wir kein Amalgam mehr verwenden
Amalgam war über Jahrzehnte der Standard in der gesetzlichen Krankenversicherung. Es ist leicht formbar, härtet von selbst aus und hält extrem lange. Doch aus unserer Sicht überwiegen die massiven Nachteile: Erstens bestehen Amalgamfüllungen zu großen Teilen aus verschiedenen Metallen und hochgiftigem Quecksilber. Obwohl die Mengen im Mund umstritten sind, lehnen wir in unserer Praxisklinik die Verwendung allein schon aus präventiver Vernunft ab (Biokompatibilität). Zweitens dehnt sich Amalgam mit der Zeit minimal aus – in Schweden nennt man dies "Amalgam-Sprengung". Das harte Material neigt dazu, Mikro-Risse im restlichen Zahn zu erzeugen, die langfristig zu einem unvorhergesehenen Verlust der ganzen Zahnwand führen können. Drittens leitet es Reize extrem schnell an den Zahnnerv weiter. Und viertens: Es sieht schlichtweg unangemessen düster im Mund aus.
Deshalb haben wir uns bei MEDICAL ART vollumfänglich zur "Amalgamfreien Praxis" erklärt.
Komposit: Das Chamäleon unter den Füllungswerkstoffen
Der ästhetische High-End-Standard von heute ist das sogenannte Komposit (oft umgangssprachlich und technisch gesehen falsch als "Kunststoff" bezeichnet). Tatsächlich bestehen moderne Komposite zu 80 Prozent aus keramischen Füllkörpern, die in eine Harzmatrix eingebettet sind. Das macht das Material formstabil, abriebfest und extrem biokompatibel.
In seiner Urform existiert Komposit in über 30 verschiedenen Schattierungen und Lichtdurchlässigkeits-Stufen (Opazität). So können wir die optischen Eigenschaften – vom milchigen, zähen Dentin im Zahninneren bis hin zur glasigen Schmelzschicht außen – in Perfektion nachahmen. Man spricht hier vom sogenannten "Chamäleon-Effekt". Die fertige Komposit-Füllung nimmt die Farbe des restlichen Zahnes an und wird quasi unsichtbar.
So entstehen hochästhetische Restaurationen bei MEDICAL ART
Eine moderne Komposit-Restauration hat nichts mehr mit reinem Reindrücken und Lichthärten zu tun. Es ist eine mikro-ästhetische Rekonstruktion in mehreren Schichten. In unserer Praxis in München Bogenhausen läuft dieser präzise Prozess wie folgt ab:
1. Vollständige Kariesbeseitigung: Unter zuverlässiger Anästhesie entfernen wir absolut schmerzfrei die betroffene und infizierte Zahnsubstanz. Im Gegensatz zu Amalgam, für das "kastenförmig" gebohrt werden muss, beschleifen wir für Komposite exakt nur den defekten Bereich – wir arbeiten maximal substanzschonend.
2. Absolute Trockenlegung (Kofferdam): Ein extrem kritischer Punkt! Das Spezial-Klebeverfahren (Bonding) toleriert keinerlei Feuchtigkeit, auch nicht die aus der Ausatemluft des Patienten stammende Luftfeuchtigkeit oder Speichel. Wir legen bei größeren Füllungen deshalb immer ein elastisches Spanngummi (Kofferdam) an. Dieser isoliert den Zahn komplett vom restlichen Speichel und minimiert auch Ihr Risiko, Füllungsmaterialien oder Wasser unbeabsichtigt zu schlucken.
3. Bonding-Prozess (Kleben): Der Zahn wird angeraut, gereinigt und mit speziellen Adhäsivsystemen präpariert. Es wird eine mikro-mechanische Symbiose zwischen Zahn und Füllung hergestellt – die Kompositfüllung wird später Teil des Zahnes, statt einfach nur wie ein Pfropfen im Loch zu liegen. Das stabilisiert den Restzahn enorm, im Gegensatz zum instabilen Spannungsverhältnis bei Amalgam.
4. Schicht-Modellation: Nun wird die zahnfarbene, noch weiche Komposit-Masse appliziert. Weil Licht nicht beliebig tief aushärten kann und das Schrumpfen beim Härten zu minimalen Spalten führen würde, arbeiten wir millimeterweise. Kleinste Schichten werden schrittweise übereinander aufgebaut und jeweils einzeln mit einer Speziallampe polymerisiert (ausgehärtet). Dabei modellieren wir Fissuren (Kauvertiefungen) naturgetreu nach.
5. Politur & Verschluss: Nach Ausarbeitung auf perfekte Bissfunktion polieren wir die Füllung maschinell auf Hochglanz. So entsteht eine extrem glatte Oberfläche, an der sich keine neuen Bakterien ansammeln können.
Wenn eine klassische Füllung nicht mehr reicht...
Ist der Kariesdefekt bereits massiv, sodass eine Zahnwand komplett fehlt oder ein zu hoher Druck von starken Kaumuskeln auf der kleinen Restsubstanz abgefangen werden muss, stoßen direkt modellierte Füllungen an ihre Grenzen der Formstabilität. In diesem Moment beraten wir Sie zur weitaus stabileren und noch ästhetischeren Labor-Alternative: Dem vollkeramischen Keramik-Inlay, welches in unserem meistergeführten Labor gebrannt oder gefräst wird.
Transparenz zu Behandlungskosten
Gesetzliche Krankenkassen orientieren sich nach wie vor an der sogenannten "Standardversorgung" – diese muss lediglich "(...) ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein(...)" (SGB V). Das bedeutet, bei Seitenzähnen tragen die Kassen standardmäßig nur die einfachen, einfarbigen Zement- oder Amalgam-Lösungen, welche die Zähne jedoch auf Dauer nicht stabilisieren.
Für unsere hochwertigen, zeitaufwendigen Mehrschicht-Komposit-Restaurationen (verbunden mit Trockenlegungssystemen und spezieller Adhäsivtechnik) entsteht eine handwerkliche Mehrkosten-Vereinbarung, deren Höhe vom Defektumfang abhängt. Private Krankenversicherungen erstatten den weitaus größten Teil davon. Wir legen diese Kosten für Sie jederzeit vorher völlig detailliert und belastbar offen dar.
Die Investition in eine extrem dichte, perfekt verklebte Komposit-Rekonstruktion dämmt ein erneutes Kariesrisiko ungemein ein und spart Ihnen langfristig so den drohenden Verlust einer riesigen Restzahn-Einheit sowie aufwendigere Wurzelbehandlungen oder Kronen.
Vereinbaren Sie Ihren Untersuchungstermin – wir beraten Sie sehr gerne, welche Reparaturoptionen Ihre Zähne dauerhaft und gleichzeitig komplett substanzschonend erhalten.
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